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Streichpreis, UVP und Preisverlauf.

Warum der Prozentwert die unzuverlässigste Zahl auf jeder Produktseite ist – und welche Zahl stattdessen zählt.

„-60 %“ klingt nach einer Entscheidungshilfe, ist aber eine Rechnung mit einer Zahl, die der Händler selbst festlegt. Diese Seite erklärt, wie Streichpreise entstehen, was die Preisangabenverordnung dazu vorschreibt und wie man aus einem Preisverlauf eine belastbare Antwort zieht.

Drei Zahlen, die oft verwechselt werden

  • UVP. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Sie ist ein Vorschlag, kein Marktpreis – bei manchen Produktgruppen liegt sie dauerhaft weit über dem, was im Handel verlangt wird.
  • Früherer Preis des Händlers. Ein Preis, den derselbe Shop einmal verlangt hat. Wie lange und ob überhaupt jemand zu diesem Preis gekauft hat, steht nirgends.
  • Straßenpreis. Das Niveau, auf dem das Produkt über mehrere Händler hinweg tatsächlich gehandelt wird. Das ist die Zahl, gegen die sich ein Angebot messen lassen muss.

Was § 11 Preisangabenverordnung verlangt

Wer in Deutschland mit einer Preisermäßigung wirbt, muss den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er in den 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat. Die Regel geht auf die EU-Richtlinie 2019/2161 zurück und existiert genau deshalb, weil Streichpreise vorher beliebig gesetzt werden konnten. Praktisch heißt das: Ein Rabatt, der sich auf die UVP bezieht, sagt nichts über die Ersparnis gegenüber dem realen Preis der letzten Wochen aus – und er ist auch nicht das, was die Vorschrift meint.

Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Ob eine konkrete Werbung zulässig ist, entscheidet der Einzelfall.

Einen Preisverlauf in vier Blicken lesen

  1. Wo liegt das Plateau? Die Linie, auf der der Preis die meiste Zeit steht, ist der eigentliche Normalpreis – nicht der höchste Ausschlag.
  2. Wie tief ist der aktuelle Punkt darunter? Diese Differenz ist die reale Ersparnis, unabhängig davon, was daneben in Prozent steht.
  3. Wie oft war es schon so günstig? Ein Preis, der alle sechs Wochen wiederkommt, ist kein Grund zur Eile. Ein einmaliger Tiefpunkt schon eher.
  4. Wie sieht die Bewegung aus? Sanftes Absinken deutet auf eine geplante Aktion, ein senkrechter Absturz eher auf einen Preisfehler.

Wie wir es auf Errordeals handhaben

Zu jedem Deal im Feed speichern wir die Preise, die wir selbst gesehen haben, und zeigen sie über den Knopf „Preisverlauf“ an. Liegt der aktuelle Preis auf dem niedrigsten dieser Punkte, markieren wir ihn als Tiefpreis. Unsere Erfassung beginnt in dem Moment, in dem ein Produkt zum ersten Mal im Netzwerk auftaucht – sie ist also ein Ausschnitt und keine lückenlose Geschichte. Deshalb steht bei uns „niedrigster von uns erfasster Preis“ und nicht „Bestpreis aller Zeiten“. Bei Reiseangeboten blenden wir Streichpreis und Rabatt ganz aus, weil beide Werte dort regelmäßig nicht aussagekräftig sind.

Fünf Fragen vor dem Kauf

  • Kenne ich den Straßenpreis – oder nur den Streichpreis dieses Shops?
  • Ist der Rabatt in Euro überhaupt relevant, oder nur der Prozentwert groß?
  • Kommt bald ein Nachfolgemodell, das dieses Produkt ohnehin günstiger macht?
  • Brauche ich das Produkt, oder brauche ich den Rabatt?
  • Was kostet die Rücksendung, falls es doch nicht passt?
Preisverlauf statt Prozentzeichen: Im Tiefpreis-Filter stehen nur Deals, die in unserer eigenen Erfassung noch nie günstiger waren.
Kennst du jemanden, der das lesen sollte? Ein Link – kein Konto, keine Anmeldung, keine Werbung dazwischen.
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